Grosse Menschenmengen, laute und ungewöhnliche Geräusche, einprasselnde Reize von allen Seiten und unberechenbare Situationen sind enorme Stressoren für eine hochsensible Person. 
Was für einen „normal“ sensiblen Menschen völlig selbstverständlich ist, kann einen Menschen mit Hochsensibilität völlig aus der Bahn schiessen. Aber eines will ich schon jetzt klar stellen. Wir „Sensibeli“ wie es im Umgangston gerne heisst, sind auch Personen, wie du und Herr Schweizer. 

Der Unterschied liegt darin, dass wir die verschiedenen Reize intensiver wahrnehmen und einen verlängerten Verarbeitungsweg in unserem Nervensystem haben. Aus diesem Grund brauchen wir etwas mehr Zeit bzw. Ruhe, um die Eindrücke zu verarbeiten. 
Ich gehe hier nicht sonderlich in die Theorie der Hochsensibilität ein. Das habe ich im Artikel „Hochsensibilität trifft auf Brummschädel“ kurz und knackig zusammengefasst. Viel lieber möchte ich dir meine persönlichen Golden Nuggets im Umgang mit der zartbesaiteten Seite näher bringen. Sie bieten ein Fundament. Innerhalb darin können individuelle Kniffs themenspezifisch eingebaut werden. Einige Inspirationen findest du ebenfalls im oben genannten Artikel. Im besten Fall kannst du den einen oder anderen Input für dich selbst anwenden. Anderenfalls erhältst du einen scheuen Einblick in das Leben einer hochsensiblen Person oder es lässt dir gewisse Leuchten aufblinken in Bezug des Umgangs mit einem Sensibelchen. 

Meine Samthandschuh-Seite macht sich in vielen Situationen bemerkbar und deshalb hab ich mir mit den Jahren einige kleine Tricks angeeignet, um nicht jedes Mal neben dem Bahngleis zu laufen. In den meisten Fällen funktioniert`s sehr gut. Hin und wieder werde ich dennoch eines besseren belehrt. Das ist aber auch nicht weiter tragisch. Ich habe diese Eigenschaft an mir mittlerweile sehr gut angenommen und arrangiere mich so gut es geht im Alltag. Nicht immer stösst es auf Verständnis anderer Mitmenschen, aber dann sehe ich auch nicht ein, mich mit denen weiter abzugeben. Punkt.

Golden Nugget #1 – Fokus auf dich
Viel zu oft vergleichen wir uns mit der Welt. Kein Wunder mit den heutigen Möglichkeiten. Wir tun es schon fast automatisch und merken dabei gar nicht, wie wir uns unter Druck setzen. Ich möchte mich nicht mehr ständig mit meinen Mitmenschen vergleichen. Was hat sie was ich nicht hab? Was kann er besser als ich? Das macht mich noch empfänglicher für ungefilterten Dreck, raubt mehr Energie und somit mehr Zeit für die Regeneration. Ich und nur ich darf mein eigenes Leben leben und trage die volle Verantwortung für mein Befinden. Wer versucht, mich ins Negative oder nur zu seinen Gunsten zu beeinflussen, landet bei mir auf dem Abstellgleis. Gleiches geschieht mit denen, die mich als Person mit all meinen (hochsensiblen) Eigenschaften nicht akzeptieren oder ernst nimmt. 

Golden Nugget #2 – Zeit für dich
Ich kann nicht oft genug betonen, wie wichtig das ist. So viele Menschen sind nicht in der Lage, Zeit mit sich selbst zu verbringen. Ständig brauchen sie Gesellschaft. Sie wollen nicht allein sein. Glaub mir, du kannst auch allein sein, wenn du von `zig Menschen umgeben bist. Du bist nämlich dann allein, wenn du dich selbst verloren hast.
Wenn ich Zeit mit mir selbst verbringe, beschäftige ich mich mit mir. Auf mentaler Ebene, versteht sich! Was sonst……  🙂 Anyway, ich verschaffe mir einen Rückzugsort und gebe mir die Zeit, die ich brauch, um die Eindrücke, Erlebnisse und Tätigkeiten zu verarbeiten, allenfalls zu überdenken.  Ich erlaube es mir, Anfragen für einen Kaffeeknatsch oder ein Abendessen abzulehnen, damit ich meine eigenen Bedürfnisse nicht vernachlässige. Ist nicht immer einfach, aber nachträglich bin ich dankbar darüber. Für die einen mag das im ersten Anblick egoistisch wirken. Aber weiter gedacht bringt es auch meinem Umfeld mehr, wenn sich eine ausgeruhte, aufnahmefähige Lana mit ihnen abgibt.

Golden Nugget #3 – Entspannter Ausgleich
Eine geraume Zeit habe ich nach dem passenden Ausgleich zum Alltag und all seinen Eindrücken gesucht. Mittlerweile wage ich zu behaupten, dass ich etwas für mich stimmiges gefunden hab. Und wie ich froh bin, mir die Zeit zu nehmen, dem Ruhepol nachzugehen. Es brauchts definitiv! Du brauchst es definitiv! Den Satz „Ich hab keine Zeit für so etwas.“ ist in meinem Wortschatz gestrichen, wenn es um die Entspannung geht. Meine Gesundheit ist mir überaus wichtig und hat höchste Priorität. Entspannung ist ein massgeblicher Anteil einer guten Gesundheit. Lass dich darüber sensibilisieren 😉 

Golden Nugget #4 – Schlaf wohl
Als junger Erwachsener tanzt du bis in die Morgenstunden in den Clubs deine Füsse platt. Dass du viel zu wenig Schlaf bekommst, merkst du gar nicht. Aber wehe, du machst das in einem gesegneten Altern wieder. Auwaia, da bekommst du das Nachsehen zu spüren. 
Nicht nur des Alters wegen, sondern auch aufgrund der zarten Seite hat ein ausgewogenes Schlafverhältnis hohen Stellenwert. Im Schlaf regeneriert sich der Organismus. Im Schlaf werden all die Millionen Reize vom Tag verarbeitet. Das braucht Zeit. Das Schlafen ist mir sehr wichtig geworden. Ich mag es nicht, wenn ich mich nicht zu meiner gewohnten Goldstunde aufs Ohr legen kann. Weil ich weiss, dass mein Körper die Zeit für die Verarbeitung braucht.  

Golden Nugget #5 – Achtsamkeit, ein Keyword
Die Achtsamkeit ist mir im Alltag und im Umgang mit mir selbst eine enorm grosse Hilfe. Es bietet mir Rückhalt und lässt mich in der einen oder anderen Situation zur Einsicht kommen. Es ist alles andere als einfach, sich in der Achtsamkeit zu schulen. Aber es eröffnet uns Türen, hinter denen sich grosse Schätze verbergen. Und gerade im Leben mit der Hochsensibilität kannst du die Weichen in Richtung Bahnhofstation „Wohlbefinden“ stellen. 
In einem separaten Artikel werde ich auf das Thema Achtsamkeit und Brummschädel demnächst eingehen. 

Die Hochsensibilität empfinde ich als eine sehr, sehr interessante Materie und ich erfreue mich immer wieder darüber, wenn ich neue Erkenntnisse darüber gewinne. Mögen diese aus der Selbsterfahrung oder aus der Literatur sein.
Dank meiner Samthandschuh-Seite kann ich individuell auf mein Umfeld und dessen Bedürfnisse eingehen und lerne täglich, die Verantwortung meinem eigenen Leben gegenüber zu stärken. Das sind wohl gute Argumente, um die Hochsensibilität an sich anzunehmen und sich mit ihr zu verbünden.

​Perform now, change forever!

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