Fühlst du dich oftmals erschöpft und ausgelaugt?
Ziehst du dich immer mehr zurück?
Hast du körperliche Beschwerden ohne organische Ursache und ein Gefühl der emotionalen Leere?

Diese Fragen beziehen sich auf häufige Anzeichen eines sich anschleichenden Burnouts.

Es ist machbar diesem gefährlichen Krankheitsbild rechtzeitig zu entkommen! Sofern du die Zeichen deines Körpers wahrnimmst und umgehend intervenierst.

Der heutige Artikel ist der erste Teil einer Serie über ein Thema, das sich rasant weiter ausbreitet und mich persönlich fasziniert aber irgendwie auch traurig macht. Traurig aus dem Grund, weil es absolut nicht sein muss und es mittlerweile das Leben so vieler Menschen radikal beeinflusst. Über das Burnout gibt es so viel zu schreiben, es ist ein sehr in die Tiefe greifender Bereich mit verschiedenen Ebenen, die zu beachten sind. Aus diesem Grund habe ich beschlossen eine Artikelserie zu machen, die aus drei Teilen besteht.
Im ersten Teil möchte ich dir ein paar Fakten über das Burnout an sich und die Entstehung aufzeigen.
Im zweiten Teil befassen wir uns mit den Auswirkungen und vertiefen das Thema „Stress“ etwas und im letzten Teil möchte ich dir Inspirationsmaterial mit auf den Weg geben. Dabei gilt es anzumerken: Dies ist keine Selbsthilfeanleitung! Burnout-Patienten gehören in die Hände von professionellen Fachkräften.
Das Ziel dieser Serie besteht lediglich darin, dich für dieses Thema zu sensibilisieren. Auch wenn du selbst (hoffentlich!!!) nicht betroffen bist, so kann das Wissen vielleicht irgendwann in irgendeiner Form einer umstehenden Person weiterhelfen. Nicht zuletzt gibt dieser Artikel mir die beste Möglichkeit dazu, mich selbst zu überprüfen, ob ich dieses Thema wirklich verstanden habe und in eigenen Worten wiedergeben kann. Dies ist eine der vielen Anforderungen meiner Diplomausbildung zur Beraterin für Stress- & Selbstmanagement. In diesem Berufsbild ist unter vielen anderen psychopathologischen Syndromen das Burnout eines, der Kernsyndrome. 

Los geht`s!

Was ist das Burnout überhaupt?
Gerade weil es zur heutigen Zeit so verbreitet ist, wird Burnout oftmals auch in einem falschen Kontext oder einfach übereifrig ausgesprochen. Die Symptome eines Burnouts sind vielmals auch typische Symptome anderer psychischen Krankheiten. Aus diesem Grund muss hier eine sorgfältige Abgrenzung gemacht werden. 
Das Burnout, ein psychovegetatives Erschöpfungssyndrom, ist die Folge einer chronischen beruflich und oder privaten Überbeanspruchung. 
Bis anhin ist das Burnout kein eigenständiges Krankheitsbild. Vielmehr ist es das Resultat eines schleichenden Prozesses mehrerer Erschöpfungsebenen (emotional, mental, körperlich und sozial). In der aktuellen internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandten Gesundheitsprobleme (kurz ICD 10) ist es noch unter einer sogenannten Z-Diagnose (Z73.0) aufgeführt. Im Jahre 2022 soll die neue ICD Version 11 veröffentlicht werden, in der das Burnout als eigenständige Diagnose aufgelistet sein soll. 

Diagnose
Weil das Burnout viele parallelen zur sogenannten Anpassungsstörung und der Depression aufweist, ist die Abgrenzung zu deren genannten Krankheiten nicht immer einfach und bedarf einer genauen Differenzialdiagnose. Auch weil die Erschöpfungszustände eines Burnouts Anzeichen körperlicher Erkrankungen wie Vitamin-, Hormon-, Stoffwechsel-, Autoimmunerkrankungen etc. sein können, sind oftmals diverse medizinische Abklärungen notwendig bis eine eindeutige Diagnose gestellt wird. 

Leitsymptome eines Burnouts
Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Stresssituationen. Genau so haben die Menschen unterschiedliche Ausprägungen der Symptome in einem Burnout. Nichts desto trotz bestehen gewisse sogenannte Leitsymptome, an denen man sich orientieren kann. 
Beschwerden wie:

  • chronische Müdigkeit & Schwächegefühle
  • Niedergeschlagenheit & Gefühle der Sinnlosigkeit
  • Verminderung der Leistungsfähigkeit und Kreativität
  • Sozialer Rückzug & Gefühl von ausgesaugt werden
  • diverse somatische Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Magenbeschwerden, Schlafstörungen etc. 

lassen auf ein Burnout schliessen.

Verlaufsschema eines Burnouts
Der Prozess eines Burnouts kann im Groben angesehen in einem Verlauf dargestellt werden. Die einzelnen Phasen sind nicht in sich abgegrenzt und wie oben erwähnt, ist auch hier eine individuelle Ausprägung eines einzelnen Betroffenen vorhanden. Wenn du dir aber einmal die ganze Geschichte eines Burnout-Patienten anhörst, könntest du dieses vorliegende Muster wiedererkennen. 

Der Startschuss macht die Euphorie und die hohe Begeisterung zur Arbeit. (Merke: Nur was brennt, kann auch ausbrennen 😉 ) In dieser Phase scheint die Welt noch völlig in Ordnung zu sein und der Betroffene stürzt sich mit viel Engagement und Interesse in seine Arbeit. 
Im nächsten Schritt geht`s eine Stufe zurück. Das Engagement reduziert sich, der Betroffene fängt an, die Arbeit mit anderen Aktivitäten wie Hobbies oder dem Privatleben zu kompensieren. 
In der kommenden Phase beginnen die ersten Anzeichen, die meistens übersehen/überhört/überspürt werden. Es treten Anspannungen sowohl auf körperlicher als auch auf emotionaler Ebene auf. Auch können hier erste depressive Gefühle auftauchen. 
Weiteres folgt eine Phase, in der die Leistungsfähigkeit stark nachlässt. Die Kreativität geht immer mehr verloren und die Motivation lässt sich auch nur noch schwer finden. Dies zahlt sich in der Arbeit mit verpassten Abgabefristen, fehlerhafter Ausführungen und Konflikten aus. 
Mit dem nächsten Abschnitt folgt der aktive Rückzug aus sozialen und kulturellen Tätigkeiten, das Interesse an der Umwelt sinkt rasant ab und der Betroffene macht einen abwesenden Eindruck. 
Jetzt wird`s richtig kritisch – es tauchen ernsthafte körperliche Beschwerden auf. Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen/Migräne und Magenbeschwerden sind häufige Symptome. Typisch leiden Betroffene auch unter Schlafstörungen. 
Im Anschluss folgt der komplette emotionale, körperliche, mentale Zusammenbruch. Der Patient ist nicht mehr in der Lage etwas zu tun. Er wird vom Arzt krank geschrieben.

Typische Ursachen
STRESS, Stress, Stress und nochmals Stress. Mit Stress meine ich nicht nur Termindruck, vom einen zum anderen oder alles schnell zu erledigen. Stress ist ein genauso weiter Begriff wie das Burnout selbst. Wir sind gestresst, wenn wir das Gefühl haben, den Anforderungen mit unseren bestehenden Ressourcen nicht mehr gerecht zu werden. 
Aber auch soziale Ursachen wie fehlende Anerkennung/Wertschätzung, fehlendes Feedback zwischenmenschliche Konflikte oder zu hohe Verantwortungen begünstigen ein Burnout. 
Persönliche Ursachen wie ein geringes Selbstwertgefühl, unsichere Persönlichkeit, ausgeprägte Emotionalität und Abgrenzungsschwierigkeiten können einen Beitrag leisten. 
Besonders erwähnen möchte ich hier das sogenannte „Helfersyndrom“ Dieses hat einen starken Hintergrund: Betroffene haben meist in der Kindheit oder im Jugendalter sogenannte Versagenserlebnisse durchlebt. Diese möchten sie mit ihrer Aufopferung und der sozialen Tätigkeit nachträglich wieder aufarbeiten. Betroffene stärken durch diese Aufopferung ihr Selbstwertgefühl, da sie eine grosse Aufgabe verrichten, die mit viel Dankbarkeit der Empfänger verbunden ist. 
Weiteres besteht die grosse Gefahr das Bunrout mittels ungünstigen Arbeitsbedingungen zu fördern. Dazu gehören insbesondere unklare Arbeitsabläufe, allgemeine Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, ständige Störungen während einer Aufgabe, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und fehlende Unterstützung oder Anerkennung und Konflikte des Teams. 

Risikogruppe 
Lange war man der Ansicht, dass besonders Personengruppen in sozialen Tätigkeiten wie Sozialarbeiter, Pflegepersonal, Lehrer etc. oder auch Fachpersonen im Rettungsdienst und Feuerwehrleute einem grossen Risiko ausgesetzt sind. Heute weiss man aber, dass es so ziemlich jeden treffen kann. Selbst Schüler und junge Erwachsene sind immer mehr betroffen. 
Besonders gefährdet sind diejenigen, welche Mühe damit haben Grenzen zu setzen. Damit meine ich Personen, die sich zu ihren Mitmenschen und deren Erlebnisse nicht abgrenzen können. Auch Personen, die ständig ihre eigenen Bedürfnisse hinter alles andere stellen. Das Verdrängen der Bedürfnisse rächt sich irgendwann mit körperlichen oder psychischen Anzeichen, die schlichtweg übersehen werden.  Genauso gefährdet sind besonders ehrgeizige und perfektionistisch veranlagte Menschen. Diese haben oftmals das Gefühl, nicht zu genügen und powern sich so richtig bis über ihre Grenzen aus. Sie können nicht entspannen und sind stets an einer Herausforderung dran. Auch hier ist das Selbstwertgefühl der Schlüssel zum Problem. 

Fazit
Das Burnout ist keine eigenständige Krankheit sondern ein emotionaler, körperlicher, mentaler und sozialer Erschöpfungszustand aufgrund chronischer Beanspruchung. Es hat übergreifende Symptome zur Anpassungsstörung, der Depression und weiteren körperlichen Krankheiten wie Hormon-, Autoimmun-, Stoffwechselstörungen usw. und bedarf deshalb einer vorsichtigen Diagnosestellung. 
Bei einem Burnout-Patienten ist ein typischer Phasenverlauf zu beobachten, in dem man sofern die Empfindungen frühzeitig erkannt werden, intervenieren kann. Besondere Risiken bergen ungünstige Arbeitsbedingungen, zwischenmenschliche Konflikte und ständig andauernde Stresssituationen. Personen verschiedenster Berufsgruppen können betroffen sein, insbesondere Persönlichkeitsmerkmale wie Ehrgeiz, Perfektionismus und Empathie begünstigen das Eintreten der Negativspirale. 

Ich freue mich, dich im zweiten Teil auf die Reise der Stress-Thematik mitzunehmen und dir die Folgen eines Burnouts aufzuzeigen. 

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