Gerade hat dich eine Situation verärgert. In diesem Moment verschliesst du deinen Mund, schluckst hinunter was geschah und verteilst es innerlich in deinem gesamten Organismus. Die Zellen nehmen es in sich, Spannung baut sich auf, der Muskeltonus erhöht sich, das Nervensystem ist sensibilisiert, der Blutdruck steigt womöglich leicht an, dein Energiefluss wird blockiert, Schmerzen können hervorgerufen werden. 

Es gibt Menschen, die erzählen dir sofort, wenn es ihnen nicht gut geht oder was sie gerade belastet. Die hauen das kurz raus und dann ist die Story zu ende.
Und dann gibt es Menschen, die schweigen. Sie nehmen unendlich viel in sich auf und bauen sich mit den Jahren eine dicke Mauer auf. 
Letzteres kann gerade für Brummschädelpatienten  eine Angewohnheit sein, die kontraproduktiv ist. 
Das Schweigen kann viele Gründe haben: Vielleicht möchtest du nicht jammern. Kann auch sein, dass es die Situation gerade nicht zulässt, etwas loszuwerden. Womöglich bist du kein wortgewandter Mensch. Oder du hast negative Erfahrungen gemacht, in denen du dich mitgeteilt hast. Vielleicht glaubst du, dass es deine Mitmenschen gar nicht interessiert. Du möchtest niemandem zur Last fallen oder keine Sorgen verbreiten. Ich könnte diese Liste hier noch um Einiges verlängern, weil es mir meistens genau so geht. Mir war jedoch lange nicht wirklich bewusst, welche Auswirkungen das haben kann. Ich habe mir nicht wirklich überlegt, was in mir im tiefsten Innern alles abgeht, wenn ich die äusseren Reize einfach in mich hineinfresse. Über mein bisheriges ganzes Leben. Ich habe es einfach als einen Charakterzug angesehen und akzeptiert. Erst seit ich dank der Meditation und dem Achtsamkeitstraining darauf sensibilisiert wurde, wie wichtig deine Innenschau ist, ging mir schon an manchen Tagen das eine oder andere Licht auf. 

Ich war noch nie ein Mensch der grossen Worte oder jemand, der gerne von sich aus etwas erzählt. Das wird sich auch nicht ändern. Aber wenn ich eines von den mitteilungsbedürftigen Menschen lernen kann, dann ist es das „Dampf ablassen“. Und das solltest du auch lernen. Dein Brummschädel wird es dir danken. Das heisst nicht, dass es an der Zeit ist, deine Mitmenschen ab sofort vollzulabern. Aber es ist an der Zeit, dir eine oder mehrere Methoden anzueignen, um auf deine Weise das Aufgenommene körpergerecht zu verdauen. Falls nicht, wird das von deinem Organismus auf ewig gespeichert und lagert sich, wie das Hüftgold, in deinen Zellen ein. 
Vielleicht gibt  der eine oder andere der nachfolgenden Inputs eine Inspiration für deine persönliche „Dampfmaschine“. 

Überlege dir zuerst einmal in welchen Situationen, du dich dabei erwischt, zu schweigen. Was genau geht dir in diesen Sekunden durch den Kopf und wie fühlst du dich dann gerade dabei? Welche Emotionen kommen hoch, die du in sekundenschnelle wieder hinunterschluckst? Wie wäre wohl deine Reaktion, wenn du sie rauslässt? Wie würde es dir danach gehen, wenn du es zugelassen hast?

Dampfmaschinen-Trick #1:
Vertraue dich einer Person an. 
Diese Person kann aus deinem nahen Umfeld sein, dein bester Freund, deine Schwester, dein Partner oder wer auch immer. Es kann aber auch eine Person sein, die dir sehr wohl bekannt ist, aber die dich doch noch nicht so gut kennt. Und gerade weil ihr euch noch nicht auf einer solch tiefen Ebene kennt, könnte dies von grosser Bedeutung sein. Diese Person kann dir vielleicht eine Sichtweise eröffnen, die du noch nicht kennst. 

Dampfmaschinen-Trick #2:
Erzähl es deinem Diktiergerät.
Wenn du (noch) nicht soweit bist, um dich anderen Personen zu öffnen, dann erzähl es dir selbst. Hauptsache, du lässt es raus. Jedes Smartphone hat die Funktion der Sprachmemo. Nutz doch diese und nimm deine Last auf. Zu einem späteren Zeitpunkt kannst du es ja wieder löschen, aber es nimmt dir in Time sehr viel Druck ab. 

Dampfmaschinen-Trick #3:
Schreib`s auf.
Einer meiner persönlichen Favoriten. Wenn dir die gesprochenen Wort fehlen, fällt es dir vielleicht leichter, diese aufzuschreiben. Halte dafür immer ein Notizbuch oder dergleichen in deiner Nähe bereit und schreibe auf, was dich gerade belastet. Achte dabei in einem ersten Schritt nicht einmal auf die Rechtschreibung, sondern lass die Wörter so kommen, wie sie gerade sind. Das hilft dir auch dabei, nicht ständig darüber rumzugrübeln. Vergessen kannst du es nämlich nicht mehr, weil du es ja gerade schriftlich festgehalten hast. Kopf frei für die kommenden Momente. 

Dampfmaschinen-Trick #4:
Such dir einen Mentor oder einen Coach.
Ebenfalls ein Favorit.
Nicht zu verwechseln mit Trick #1. Bei diesem lässt du dein Ballast ab und schnurrst dich so richtig aus. 
Hierbei geht es vielmehr darum, jemanden an deiner Seite zu haben, der Fähigkeiten oder Erfahrungen besitzt, von denen du extrem viel lernen kannst. Lernen, mit Situationen anders umzugehen oder einen Perspektivenwechsel einzunehmen oder deine verborgenen Fähigkeiten, von denen du noch nicht weisst, dass du sie eigentlich hast, abzurufen. 
Lass es diese Person wissen, dass sie es ist – mach es nicht im Geheimen, wie du es gerne machen würdest 😉 nur so kannst du von Beginn an den kompletten Dampf ablassen.

Dampfmaschinen-Trick #5:
Das Wunder der Atemtechniken.
Einmal loszuwerden, welch wunderbaren Auswirkungen Atemtechniken auf unser Wohlbefinden hat, wäre eigentlich schon lange einen separaten Blogartikel wert. 
Mit dem Atem kannst du enorm viel steuern. Nimm dir einen 1-2 minütigen Break und setz dich irgendwo hin. Stell dir vor, du sitzt auf einer Schaukel. Beim Einatmen wirst du zurückgezogen und das Autatmen schwingt dich nach vorne. Zugleich wird beim Ausatmen der Ballast nach draussen „geworfen“ und du lässt ihn mit dem Schwung der Schaukel in den Himmel los. Er zieht so weiter. Beim Einatmen wirst du zugleich mit neuer Energie aufgetankt und kannst nun die kommenden Situationen in alter Frische angehen. 

Dampfmaschinen-Trick #6:
Lass deinen Künsten freien lauf.
Vielleicht bist du künstlerisch begabt und zeichnest gerne? Dann zeichne doch eine Geschichte daraus. Oder gib deinen Emotionen/Gedanken ein Bild auf Papier. Lass dich von deinen Küstleradern leiten und tauch für einen Moment in die Bilderwelt ab. 

Dampfmaschinen-Trick #7:
Halte das Stopp-Schild hoch.
Du besitzt Grenzen, die jeder zu akzeptieren hat. In manch einer Situation ist es von Vorteil, dass es gar nicht erst soweit kommt, wie es dann doch kommt. Erkenne diesen Zeitpunkt und sage „Stopp“. Wir lassen uns meistens viel zu sehr von unseren Emotionen beherrschen und zeigen Reaktionen, die nicht angebracht sind. Wenn wir es nicht soweit zulassen und uns stattdessen zuerst bewusst werden, wie es wirklich sein soll, können wir in einem späteren Zeitpunkt die Wogen sachlich glätten. 

Für einige fehlt wahrscheinlich schon lange der Dampfmaschinenen-Trick „Betreibe Sport“. Da stell ich mir aber die Frage: Ist dies wirklich die Methode, um den Ballast abzuwerfen oder vielmehr um einfach davon wegzulaufen bzw. mich davon abzulenken? Was meinst du dazu?

Ich behalte stets im Hinterkopf, dass es immer und immer wieder Situationen gibt, in denen Stille angebracht ist. Nichts desto trotz ist es dankbar, eine Hintertür offen zu halten, um seinen eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Erst recht dann, wenn du dazu neigst, schnell eine innere Spannung und Unruhe aufzubauen. 

Perform now, change forever!

lassdampfab

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