„Wie willst du das schaffen? Das ist unmöglich!“
„Nicht wenn ich dieses Gefängnis mitkonstruiert habe.“, sagte Mikel Scofield zu seinem inhaftierten, zum Tode verurteilten Bruder, den er um jeden Preis aus dem Gefängnis rausholen will.

So, ich sag dir jetzt mal was.
Ich habe es so satt, ständig die Gefangene meines eigenen Gefängnisses zu sein.
Ich habe es so satt, ständig die Gefangene meiner verdammten Schmerzen zu sein.
Und ich habe es sowas von satt, ständig die Gefangene der Nichtakzeptanz zu sein.
Ich habe mir dieses Gefängnis selbst aufgebaut. So wie du es dir selbst auch aufgebaut hast. Und wie es sich Frau Schweizer und Herr Bünzli auch selbst aufgebaut haben. Die haben sich vielleicht mittlerweile gut eingelebt und sogar Mitinsassen gefunden. Selbst aufgebaut über all die Jahre mit den Erfahrungen, Erlebnissen und Prägungen.
Ich lass das nicht mehr zu. Wenn ich dieses Gefängnis selbst konstruiert habe, ist es mir auch möglich, da wieder ausbrechen zu können. So schwierig dies auch sein mag, aber nicht unmöglich!

Aus verschiedenen Gründen durchlaufe ich derzeit einen Therapieprozess und werde ziemlich durchgerüttelt. Was im ersten Moment als sehr anstrengend und aufwühlend empfunden wird, stellt sich als eine Entwicklung dar, in der ich mich von ganz anderen Seiten kennen und schätzen lerne. Mir wurde bewusst, dass ich mich schon im Jugendalter in ein Gefängnis der Glaubenssätze und Gedanken hab inhaftieren lassen, das mich heute in vielen Verhaltensmustern blockiert. Lange genug hab ich diese Haft abgesessen, jetzt ist es an der Zeit auszubrechen.
Ein guter und sicherer Ausbruch muss geplant sein. Die Schritte dazu müssen sitzen. Es müssen Wege bestritten werden, die einem unbekannt sind. Das alles braucht Mut, Geduld und Durchhaltevermögen. Es braucht die Auseinandersetzung mit der Situation und mit sich selbst. Ein Davonlaufen, wie wir es immer mal wieder gerne machen, gibt`s nicht.

In diesem Artikel zeige ich dir eine sehr persönliche Seite von mir. Und ich ziehe mich nicht aus, um irgendwelches Mitgefühl oder dergleichen zu bekommen. Auf diesem Weg möchte ich dir in Erinnerung rufen: Jeder von uns hat einen Rucksack mit persönlich angelegtem Gepäck zu tragen. Einigen fällt das Tragen leichter, tun sich dafür mit anderen Lasten schwerer und anderen schmerzen die Schultern schon bei weniger Gewicht, weil die Muskulatur dafür einfach NOCH nicht genug stark ist. Aber wie auch die Muskeln mit einem guten Training gestärkt werden können, ist es auch uns selbst als Person möglich, eine Resilienz im Rahmen eines längeren Prozesses aufzubauen.

Perform now, change forever!

prisonbreak
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