Denke mal an deinen letzten Urlaub zurück. 
Oder an dein letztes wunderschönes Erlebnis.
Oder an einen Ort, zu dem du dich besonders hingezogen fühlst.

Was fühlst du?
Wie geht es dir dabei?
Was ist jetzt gerade präsent?
Welche Gedanken tauchen auf?

Alles zusammengefasst ausgedrückt: in diesen Augenblicken geht es dir bestimmt gut und du konntest alles drum herum für einen kurzen Moment vergessen, oder? Safeplace sei Dank.
Im heutigen Artikel gebe ich dir ein mal mehr eine Mentaltechnik mit, die dir in spezifischen Situationen Unterstützung bieten soll und dich wenigstens für wenige Augenblicke aus dem Strudel zieht. Du kannst diese in einer Schmerzattacke oder auch in Alltagssituationen anwenden, die dich gerade stressen. 
Wenn du wissen willst, was das alles genau ist, wie du zu diesem Dingens kommst und was du zu beachten hast, dann solltest du jetzt weiterlesen.

Safeplace – was ist das?
Eigentlich sagt es das Wort bereits. Ein Ort, an dem du gut aufgehoben bist. Es ist nicht irgend ein Ort. Es ist DEIN Ort. Idealerweise ein Ort, an dem du schon mal warst und mit dem besonders schöne Erinnerungen verknüpft sind. 
Mit der Technik des Safeplace machen wir uns die Tatsache zu Nutze, dass in den Zellen gespeicherte Emotionen reaktivierbar sind, indem wir uns vorstellungsgeleitet in die gleiche Situation versetzen, wie wir sie damals erlebt haben. 

Schön, und wie komme ich so auf die Schnelle zum Safeplace, wenn dieser am anderen Ende der Welt ist?
Ganz einfach: Du beamst dich dorthin.
Na gut, ganz so einfach ist es auch wieder nicht. Lass es mich dir in Schritten erklären, wie du dir dein persönlicher Safeplace erbaust.
Schritt 1: Wähle einen Urlaubsort, ein Erlebnisort, oder einen Ort aus, der dir besonders zusagt. Das kann auch ein kleiner Platz sein. Zum Beispiel dein Strandplätzchen vom letzten Sommerurlaub. Oder ein Platz in der Waldhütte von der letzten Wandertour. Es ist wichtig, dass besonders gute Erinnerungen damit in Verbindung treten.

Schritt 2: Visualisiere dir diesen Platz/Ort jetzt ganz genau. Nimm dir dafür genügend Zeit und begib dich am besten an einen ruhigen Ort. Die Visualisierung kannst du mit folgenden Fragestellungen ausbauen:

  • Wie sieht dieser Ort genau aus?
  • Was mache ich da gerade?
  • Wie fühlt sich das in mir drin an?
  • Welche Gedanken habe ich dabei?
  • Welche Emotionen habe ich dabei?
  • Wie fühlt sich mein Körper an?

Schritt 3: Präge dieses kurze Kopfkino ein, indem du die Antworten zu oben gestellten Fragen mit einbaust. Kurzum: Feel it! Nimm dir auch dafür genügend Zeit. 

Schritt 4: Wenn du magst, kannst du deinen Safeplace noch mit einem Gegenstand, einem ausgewählten Bild von dort oder mit einer Gestik koppeln. Das setzt aber voraus, dass du diesen Gegenstand oder das Bild in Zukunft immer bei dir tragen solltest, falls du es benötigst. Beim Koppeln integrierst du deinen ausgewählten Gegenstand/Bild oder Gestik in deine Visualisierung deines Safeplaces. Währenddessen du dich an deinem Safeplace in Gedanken befindest, drückst du z.B. deinen Daumen und Zeigefinger aufeinander oder hältst einen Stein in der Hand. Damit das in Zukunft funktioniert, bedarf es an etwas Übung und Training. Du musst dich erst darauf «programmieren». Lass dich also nicht entmutigen.

Mein Safeplace ist geboren aber worauf muss ich achten?
Eines muss ich dir vorweg nehmen: Auch wenn es wahrscheinlich ein wunderschöner Ort ist, Wunder wirkt er keine! Er kann dich von deinem Strudel distanzieren und erlaubt es dir, dann die Situation neu zu bewerten. Dieser Prozess braucht jedoch etwas Übung und Training. Hab also bitte etwas Geduld. 
Bevor du deinen Safeplace als Technik anwendest, solltest du ihn dir gut verinnerlicht haben. Zusammen mit all den verknüpften positiven Emotionen, Gefühlen und Empfindungen, sollte er dir bereits in Fleisch und Blut übergegangen sein. Nimm dir also am besten mehrmals am Tag 1-2 Minuten Zeit, um dich mit deinem Safeplace zu beschäftigen. Begib dich an einen ruhigen Ort, schliesse die Augen und visualisiere ihn dir. Erst wenn du ihn gut verinnerlicht hast, solltest du ihn in der eigentlich gedachten Situation anwenden. Aber auch erst dann, wenn er in etwas minderen Stress- oder Schmerzsituationen funktioniert hat. Das um allfällige Misserfolge zu umgehen. 

Schön und gut – und was nützt mir jetzt dieser Safeplace genau?
Mit deinem Safeplace hast du angenehm, wohlige Emotionen, Gedanken, Gefühle und Empfindungen verknüpft. Von denen kannst du Gebrauch machen, wenn es dir in einer Schmerzsituation nicht gut geht. Er erlaubt es dir dadurch, negative Gedankenmuster, die dich noch tiefer in die Spirale ziehen, zu unterbrechen, eine Distanz aufzubauen und die Situation neu zu bewerten. 
Vielleicht gibt es Tage oder Situationen, an denen nützt er weniger als an anderen, aber du hast damit ein weiteres Werkzeug in deinem Tool-Koffer, auf das du zurückgreifen kannst.

Falls du diese Technik für dich ausprobiert hast, darfst du mir gerne deine Erfahrungen mitteilen. Auch stehe ich dir jederzeit gerne zur Verfügung, wenn du weitere Unterstützung oder mehr Informationen benötigst. 

Lass das um dich geschehen und erlaube dir eine kleine Auszeit an deinem
persönlichen Safeplace.

Perform now, change forever!

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