Für die meisten Menschen ist der Schmerz etwas Feindliches und sie möchten ihn so schnell als möglich loswerden. Egal wie, Hauptsache tschüss. 
Nun ja, das ist eine Entscheidung, die jeder selbst treffen soll. 
Doch was steckt hinter dem Schmerz? 
Weshalb tritt er genau jetzt auf?
Welches Ungleichgewicht wird gestört?
Wann und warum wird er stärker und wann schwächer?

Phänomen Brummschädel.

Ich war früher genau so: Es schmerzt, er soll weg. Doch mit all den Jahren kamen immer mehr und mehr Informationen und Fakten an mich heran, die mich auch neugierig machten. Ich las (lese auch heute noch) unheimlich viel darüber, sprach mit anderen Betroffenen und Menschen darüber, lies mir von den Ärzten alles mögliche erklären, besuchte Vorträge, beobachtete und dokumentierte an mir selbst. 
Heute ist er da, aber an einer anderen Seite in mir als damals. 
Vielleicht fällt es dir etwas einfacher, damit umzugehen, wenn du das Phänomen Brummschädel noch näher kennen lernst. Vermutlich hast du auch schon unendlich viele Informationen in dich hineingezogen und alles mögliche ausprobiert. Vielleicht bist du noch immer im Status, dass es einfach schmerzt. Wie es auch sein mag. Gerne möchte ich dir im heutigen Artikel ein paar Fakten aufzeigen. Kann sein, dass viele davon schon bekannt sind. Das ist nicht weiter tragisch. Wenn ich dich damit zum Nachdenken oder weiter Recherchieren anregen kann, hat der Artikel seinen Zweck erfüllt. 

Fakt #1 – Zahlreiche Typen
Mittlerweile sind über 250 verschiedene Kopfschmerztypen bekannt und in Klassifikationen eingestuft. Grob werden diese Typen in zwei Kategorien unterteilt: die primären- und sekundären Kopfschmerzen. Bei den Primären handelt es sich um Schmerzen unklarer Ursache, also zum Beispiel der Spannungskopfschmerz. Bei einem sekundären Type steckt eine klare Ursache wie ein Trauma, eine Blutung, eine Infektion oder ähnliches dahinter. 

Fakt #2 – Spannungsbrummer
Die mit Abstand häufigste Kopfschmerzart ist der Spannungskopfschmerz (etwa 90%). Fast jeder Mensch leidet in seinem Leben irgendwann mal an einem solchen Brummschädel. Im Gegensatz zur Migräne ist hier das Verhältnis der weiblichen- und männlichen Betroffenen fast gleich. Während es bei den einen hauptsächlich einen muskulärer Ursprung hat , wird es bei anderen durch psychische Belastungen hervorgerufen. 

Fakt #3 – Beginn schon in der Kindheit
Die Migräne beginnt bei etwa 20% der Betroffenen bereits schon im zarten Alter von unter zehn Jahren. Kopfschmerzen im Allgemeinen gehören zu den fünf häufigsten Gründen eines Arztbesuches im Kindesalter. Der Brummschädel tritt schon bei ca. 37% – 51% der 7- Jährigen auf. In den meisten Fällen geht es auch hier um einen primären Schmerztypen. Trotzdem soll eine sorgfältige Anamnese durchgeführt werden, um sekundäre Ursprünge, wie einen Hirntumor ausschliessen zu können.

Fakt #4 – Chronifizierung
Unter chronischen (Spannungs)kopfschmerzen wird gesprochen, wenn der Betroffene an mindestens 15 Tagen im Monat während einer Zeitdauer von mindestens drei Monaten an Schmerzattacken leidet. Noch immer ist das Thema der Chronifizierung stark umstritten und die Studien sind sich nicht einig. Aus diesem Grund ist das Angeben einer eindeutigen Prävalenzzahl nicht möglich. Dennoch kann man davon ausgehen, dass etwa 2 – 5% der Weltbevölkerung an chronischen Brummschädeln leiden.  

Fakt #5 – Migräniker haben Potenzial
Betroffene von (chronischer) Migräne sind in der Regel sehr gewissenhafte, pflichtbewusste und leistungsstarke Menschen. Sie neigen zu Perfektionismus und setzen sich dadurch einem erhöhtem Stresslevel aus, was wiederum eine Attacke begünstigen kann. Dem Ruf als Simulanten und Krankheitsfall widersprechen sie mit ihrem Handeln, indem sie sich in ihre Arbeitspflichten stürzen und alles dafür tun, um nicht als «Krankheitsfall» zu gelten. Also alles andere als Schwächlinge!

Fakt #6 – Friendly reminder
Leider ist es so, dass unser Gehirn nicht nur die schönen Dinge abspeichert, sondern sich auch unangenehmere Zustände merken kann. Also eigentlich sind es die Zellen. So geschieht es, dass insbesondere chronische Brummschädelpatienten ein sehr ausgeprägtes Schmerzgedächtnis besitzen. In Therapiesettings wird unter anderem grossen Wert darauf gelegt, dieses umzuprogrammieren. Ist möglich, dauert aber eine ganze Weile. 

Fakt #7 – Medikamentenfalle
Während eines Migräneanfalls bettelt man förmlich nach einer schnellwirkenden Tablette. Auch bei starken Kopfschmerzen, die gerade zu einer ungelegenen Zeit (naja, sie kommen eigentlich immer ungelegen) auftauchen, greifen wir schnell mal zu einem Schmerzmittel. Bei einer zu häufigen Einnahme kommt es nicht selten zum sogenannten «Medikamentenübergebrauchskopfschmerz». Davon wird gesprochen, wenn an mindestens 15 Tagen im Monat Schmerzmittel oder Triptane eingenommen werden. 

Es gibt unendlich viele Informationen über den Brummschädel. Viele sind gleichen Ursprungs, andere geraten in Widersprüche und werden revidiert. Wie es auch immer sein mag, am Schluss entscheidet jeder für sich selbst, wie er damit umgeht und in welcher Rolle er sich selbst und den Schmerz in der Beziehung zwischen ihm und dem Brummschädel sieht. 

Perform now, change forever!

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