Allein die Wörter Brummschädel oder Schmerz können Schmerzen auslösen. Wieso also sollten wir uns auf etwas fokussieren, was uns weh tut? Und dennoch tuen wir es mehr als uns lieb ist. Wird dies auch noch akribisch genau auf Blatt Papier dokumentiert, meisseln wir es so richtig in den Stein – bzw. in unser Gehirn.
Nun gut, eines muss ich wohl vorab sagen: Den Ärzten ist sehr geholfen, wenn wir ein sogenanntes Schmerztagebuch führen und damit zur Sprechstunde gehen.

Hierbei können natürlich Rückschlüsse auf die Ursache und die Therapiemöglichkeiten gezogen werden. Aber… und jetzt kommt`s….was spricht dagegen, zu dokumentieren, wenn es dir gut geht?
Zugegeben, ich habe auch über Monate ein solches Schmerztagebuch geführt.
Eines Tages in einer ruhigen Minute sass ich mich hin, studierte die Blätter und dachte mir: „Aiaiai, was wäre, wenn es dir an all diesen Tagen so wirklich gut gegangen wäre und du das da hättest aufschreiben können?“ Das war der Moment, in dem ich mich dazu entschloss, keine solche Art von „Tagebuch“ zu führen, sondern mich auf diese Tage zu fokussieren, an denen es mir gut geht bzw. an denen ich keine Schmerzen habe. So wie ich bin und Gedanken in Taten umsetze, entstand ein Wohlfühltagebuch. Und weil du hier nicht nur Geschichten lesen sollst, stelle ich dir dieses Dokument ebenfalls zur Verfügung. Es steht dir weiter unten zum Download zur Verfügung.

Warum du ein Wohlfühltagebuch führen solltest?
Wie bereits in vorherigen Artikel beschrieben wurde, haben Brummschädelbetroffene ein ausgeprägtes Schmerzgedächtnis. Jede verdammte Schmerzattacke wird von unseren Zellen auf ein Leben lang gespeichert. Jeder verdammte Gedanke an Schmerzen wird gespeichert. Jedes Mal, wenn du gefragt wirst, ob du Schmerzen hast, wird das gespeichert. Was muss das für ein grosser Speicher sein, den wir haben? Stell`s dir lieber nicht vor…..
natürlich hast du es jetzt getan.
Und… klingelts? 
Dem müssen wir unbedingt entgegenwirken. Es gibt viele Wege dazu und ein guter Anfang bietet solch ein Wohlfühltagebuch. Du hältst hierbei die positiven Gefühle, Gedanken und Momente fest und hast die Möglichkeit, diese jederzeit wieder abzurufen. Du kannst dich selber hierbei in gewissen Massen wieder umprogrammieren und dein Wohlfühlgedächtnis wachsen lassen. Die unten stehende Grafik dient dir zum Verständnis, was ich meine.  

Der Inhalt kann natürlich variieren und ist somit sehr individuell. Du musst also nicht strikte nach meiner Vorlage gehen. Diese dient lediglich als Input. Kannst sie aber auch gerne einfach so übernehmen. Wie du willst. 

Wie funktioniert dieses Wohlfühltagebuch?
Der Inhalt ist individuell. Es empfiehlt sich jedoch, das Datum unbedingt einzutragen. So kannst du über einen längeren Zeitraum Rückschlüsse ziehen. In der Spalte „Beschreibung des Gefühls“ probierst du möglichst genau zu definieren, was du an diesem Tag gefühlt hast bzw. was das für ein positives Gefühl war. Ein Beispiel kann sein: „Fühlte mich im Allgemeinen ausgeglichen, der Kopf fühlte sich leicht an, ich war aufgestellt und lachte viel…etc.“ Wichtig ist, dass du so genau wie möglich beschreiben kannst.
Die Spalte „Auslöser des Wohlgefühls“ spricht schon für sich. Gab es besondere Momente, „Auslöser“, die in dir dieses positive Gefühl bzw. deinen guten Zustand geweckt haben? Vielleicht weil du mit deiner Freundin shoppen warst? Oder weil du mit den Inline Skates um den See gefahren bist?
In der Spalte „Betroffene Körperstelle“ schreibst du auf, an welcher Stelle deines Körpers sich das alles besonders gut angefühlt hat. Das braucht etwas Routine und ein gutes Körpergefühl, aber das entwickelst du im Verlaufe der Zeit. Natürlich können es auch mehrere Stellen sein. Es kann auch sein, dass sich mehrere Stellen unterschiedlich gut angefühlt haben. Beispiele hierfür: Ein leichter Kopf, ein gleichmässiger, angenehmer Herzschlag, energiereiche Beine, etc. Höre auf deinen Körper, er sagt`s dir!
Die Spalte „Verknüpfung Bild/Ton etc.“ finde ich persönlich ganz toll. Viele Menschen, ich bin auch so einer, arbeiten sehr gerne mit Verknüpfungen. Sei dies beim Lernen, bei der Arbeit oder sonst wo. Ich persönlich bin ein Fan von Verknüpfungen. Wenn es dir an einem Tag besonders gut geht, dann nimm dir unbedingt eine Minute Zeit und geniess diesen Moment. Zieh dich zurück, setz dich hin und lass es einfach einmal geschehen. Wenn du dieses gute Gefühl richtig spürst, dann stelle eine Verknüpfung her, damit dieses Gefühl wieder abgerufen werden kann. Beispiele für solche Verknüpfungen können sein: Du schnippst mit den Fingern, du trägst einen kleinen Gegenstand (kleine Murmel, einen kleinen Stein, Armband etc) mit dir mit und hältst es in diesem Moment. Oder du malst dir einfach ein Bild mit deinem inneren Auge. Ein Strand, eine Blumenwiese, ein Tier oder whatever. Das was du halt besonders magst. In die Spalte schreibst du deine persönliche Verknüpfung nieder. Diese hilft dir bei einem späteren Zeitpunkt, wenn du das Wohlfühltagebuch studierst, den Moment und vor allem den Zustand abrufen zu können.

Vielleicht geht es dir so, wie es mir manchmal auch noch geht: Es fühlt sich ungewohnt an, wenn du mal einen schmerzfreien Tag hast. Vielleicht ist es wie ein „Warten auf den Brummschädel“ und wenn er mal nicht da ist, fragst du dich, wo er doch geblieben ist. Oder du getraust dich gar nicht, dich richtig zu freuen, wenn dein Kopf mal nicht brummt. Das zeugt von einem sehr, sehr ausgeprägten Schmerzgedächtnis. Aber hey, so sollte eigentlich das normale Gefühl sein. Es soll dir gut gehen. Du sollst keinen Brummschädel haben. Also erfreu dich daran, wenn`s so ist und halte das schriftlich fest.
Arbeite mit deinem Körper zusammen und hilf ihm, wieder mit einem Wohlfühlgedächtnis zu leben.

Vergiss nicht, das Wohlfühltagebuch zu downloaden. 
Natürlich freue ich mich sehr auf Feedbacks, wie es dir dabei geht und welche Veränderungen du bei dir wahrgenommen hast.

Perform now, change forever!

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