Skip to main content

Innerhalb dieses letzten Jahres habe ich geschrieben. Sehr viel geschrieben. Halt nicht gebloggt. Aber ich blieb dem Schreiben treu.
Im Rahmen der beruflichen Tätigkeit habe ich neben weiteren Konzepten und Scientific-Papers ein 70- seitiges Therapiekonzept verfasst. Kurz danach entstand ein 180 Seiten umfassendes Working-Book. So ganz nebenher wurde für das Studium eine wissenschaftliche Arbeit nach der anderen geschrieben.
Das Schreiben prägt mein Leben nach wie vor. Sehr. Ich liebe es nach wie vor. Sehr, sehr!
Zugegeben, es fällt nicht immer gleich leicht. An einigen Tagen brauchts etwas mehr, bis die richtigen Worte auf dem Papier stehen. An anderen Tagen geht`s leichter. Das gehört zum Schreibprozess genau so dazu, wie der Kaffee am Morgen für einen guten Start in den Tag.

Aktuell schreibe ich gerade an der Bachelorthesis. Jawohl, endlich. Ich bin am Ende des Bachelors angekommen. Alle Module sind abgeschlossen. Einzig die Thesis ist noch offen. Was für ein Gefühl. In spätestens drei Wochen wird die Thesis eingereicht und dieses Kapitel abgeschlossen sein.
Und selbst das Schreiben der Thesis ist kein «ich muss das jetzt halt noch machen für den Abschluss.» Sondern «ich will dieses interessante Thema und diese daraus entstehende Studie unbedingt auf Papier bringen und mich weiter darin vertiefen».
Natürlich ist das lächelnde Auge viel grösser, aber auch das weinende Auge drückt hin und wieder durch. Was war das für eine unglaublich lehrreiche, inspirierende, aber auch herausfordernde und nervenauftreibende Zeit. Und dennoch liebte ich es. Dieses Student-Dasein. An den verregneten Sonntagen zwischen den Büchern vergraben zu sein und all dieses faszinierende Wissen auf Papier zu bringen. Stundenlang in der Unibib zu sitzen und das bestehende Wissen zu erweitern sowie dieser Nervenkitzel und Adrenalinkick, wenn die Mail reinkam «Ihre Prüfungsleistung wurde jetzt bewertet» und ich mich zunächst gar nicht traute, die Seite zu öffnen in der die Note drinstand. Und dann aber immer mit diesem Glücksgefühl überschwemmt wurde, als ich dann die Note sah.
Aber es ist kein langer Abschied.
Im Oktober starte ich den Master. Und die Vorfreude ist gewaltig.
Ich freue mich enorm darauf, das bestehende Wissen und die Kompetenzen noch weiter zu vertiefen und zu erweitern. Dieses Leben als «Student-Dasein» noch etwas weiter leben zu dürfen. Immer mal wieder in der Unibib für mehrere Stunden an einer weiteren wissenschaftlichen Arbeit tüfteln zu dürfen, für Klausuren zu recherchieren sowie Themen zusammenzutragen. Nenn mich verrückt, Streber, Nerd, oder was auch immer – meine Begeisterung dafür bleibt bestehen und wächst weiter.
Während den kommenden zwei bis drei Jahren erneut einige wissenschaftliche Arbeiten schreiben zu dürfen, erfüllt das Herz eines jeden Schreibliebhabers – und wenn nicht, dann bestimmt meins.

Denn genau betrachtet war das Schreiben in all den vergangenen Jahren weit mehr als ein Werkzeug für Studium und Beruf. Es war ein ständiger Begleiter. Mal Ventil, mal Denkraum, mal Kreativspielplatz. Es half mir immer wieder dabei, die vielen Gedanken zu sortieren, Ideen zu entwickeln oder reifen zu lassen, Zusammenhänge zu verstehen und manchmal auch schwierige Phasen des Lebens zu verarbeiten.

Vielleicht erklärt das auch, weshalb es auf dem Blog in den letzten Monaten so still geworden ist. Nicht, weil ich aufgehört hätte zu schreiben. Ganz im Gegenteil. Ich habe mehr geschrieben als je zuvor. Die Worte fanden lediglich andere Wege. Sie landeten in Konzepten, Facharbeiten, Projekten, Studienarbeiten und unzähligen Dokumenten.
Doch während ich diese Zeilen schreibe, merke ich, wie sehr mir dieser Ort hier gefehlt hat.

Das Schreiben ohne Vorgaben. Ohne Zitierregeln. Ohne Formatvorgaben. Ohne Bewertung. Einfach schreiben, weil Gedanken geteilt werden möchten.

Vielleicht wird es hier künftig nicht jede Woche einen neuen Beitrag geben. Vielleicht wird es manchmal wieder etwas ruhiger. Aber eines hat sich in all den Jahren nicht verändert: Ich schreibe noch immer.
Mit genauso viel Begeisterung wie damals – wenn nicht noch mehr.
Mit noch mehr Wissen als damals.
Und vermutlich mit mindestens ebenso vielen Ideen wie damals.

Deshalb ist dieser Beitrag vielleicht weniger ein Neustart als vielmehr eine kleine Erinnerung:
Ich war nie wirklich weg.

Und die nächste Geschichte, der nächste Gedanke oder die nächste Idee wartet bereits darauf, aufs digitale Papier gebracht zu werden.

Blog n Roll

larissa

Author larissa

More posts by larissa

Leave a Reply

2023 Copyright (C) by Larissa Graber | larissa@larissagraber.ch