Im heutigen Artikel möchte ich dir eine Möglichkeit vorstellen, von der du vielleicht noch gar nie gehört hast.
Wenn ich jemandem im persönlichen Gespräch davon erzähle, schaut diese Person mich meistens nur mit grossen Augen an und hackt noch einmal nach. Diese Art von Reaktion lässt mich vermuten, dass es einfach noch viel zu viele Menschen gibt, die diese Art von Lösung gar nicht kennen. Dabei könnte es für den einen oder anderen genau DIE Hilfestellung sein.

Aus diesem Grund möchte ich euch auch diese Möglichkeit nicht vorenthalten. Aus eigener Erfahrung weiss ich ganz genau: Als Migräne-Patient klammert man sich an jeden verdammten Strohhalm.

Es geht heute um die Migräne-Operation.
Ja tatsächlich, es lässt sich operieren. Es ist keine hoch komplexe Operation am Kopf, wie du es jetzt vielleicht im ersten Moment gedacht hast. Nein, bei dieser Art von OP werden die schmerzauslösenden Trigeminusnerven durch die Entfernung eines Muskels entlastet.
Der sogenannte Corrugator-Muskel liegt über unserem Auge und ist für die Bildung der bekannten Zornesfalte an der Stirn zuständig. In diesem Muskel sind oben genannte Nerven eingebettet und werden bei Spannung belastet. Diese Belastung kann ein Auslöser für eine Migräne sein.
Mittels einem kleinen Schnitt in der Lidfalte wird der Chirurg diesen Muskel durchtrennen oder ganz entfernen. Der Eingriff an sich wird unter Vollnarkose durchgeführt und dauert ca. eine Stunde.

Da es sich hierbei um eine Operation handelt und aufgrund dessen mit höheren Kosten gerechnet werden muss, wirst du zuerst durch ein sogenanntes Auswahlverfahren gehen müssen.
In einem ersten Schritt wirst du einen umfassenden Fragebogen ausfüllen. Dieser sendest du dem Migränezentrum Sihlcity zur Auswertung zu. Im Anschluss wirst du für ein Beratungsgespräch mit dem behandelnden Chirurgen aufgeboten. Dieser wird dir all deine Fragen beantworten und eine umfassende Anamnese mit dir durchführen. Im nächsten Termin geht es um die „Testphase“. Der Muskel, der bei dir die Migräne auslösen kann, wird mittels einer Botoxspritze lahmgelegt. Dieser Wirkstoff hält über drei Monate an. In dieser Zeit wirst du akribisch genau ein Tagebuch führen müssen.
Nach dieser Zeit wirst du einen erneuten Termin beim Arzt haben, an dem entschieden wird, ob bei dir die Operation durchgeführt wird oder nicht.
Der operierende Chirurg pendelt jeweils zwischen Zürich und Berlin, weshalb die Operation selbst in einer Klinik in Berlin durchgeführt wird. Solch ein Eingriff hat also auch was Gutes: Verbinde diesen doch einfach noch mit einem kurzen Städte-Trip, bevor es unters Messer geht 😉.
Nach erfolgter Operation wirst du für ca. 4 Wochen etwas eingeschränkt sein. Insbesondere deine Augen bzw. die Augenlider werden anschwellen und in allen Farben strahlen. Es ist besonders wichtig, dass du während dieser Zeit und auch noch einige Zeit danach keine körperliche Anstrengungen hast und für Frauen wird das Schminken ebenfalls kein Thema sein.

Natürlich ist das Ganze mit Kosten verbunden. Aber wenn du abwägst, mit wie viel Kosten du zu tun hast, wenn du dein Leben lang andere Therapien und Medikamente in Anspruch nimmst, wirst du feststellen, dass die Operation schlussendlich besser abschneidet. Es lohnt sich, mit der Krankenkasse Rücksprache zu halten. Im Falle einer guten Versicherung wirst du dabei unterstützt. Der Eingriff selbst kostet rund CHF 6000.- dazu kommt noch die Botoxinjektion von ca. CHF 750.-  Nicht zu vergessen ist der Flug und Aufenthalt in Berlin.

Ich persönlich habe mich vor neun Jahren operieren lassen. Damals war ich 17 Jahre alt und sah es als den letzten Ausweg, diese starken Schmerzen endlich loszuwerden. In den ersten zwei bis drei Jahren danach waren die Anzahl und die Intensität der Attacken deutlich geringer. Es gab im Schnitt alle drei bis vier Monate eine Migräne mit einer Schmerzstufe, die medikamentös auszuhalten war. Vor dem Eingriff waren es Attacken im Wochen- oder Zweiwochentakt, die aufgrund der Intensität unter anderem auch durch den Notfalldienst behandelt werden mussten. Ich verzeichnete also einen Erfolg.
Nach weiteren Jahren stieg die Anzahl der Anfälle und die Stärke der Schmerzen wieder an, aber mit der richtigen Herangehensweise in einem Akutfall, habe ich es ziemlich gut in den Griff bekommen.
Alles in allem kann ich also sagen: Ich würde dein Eingriff wieder über mich ergehen lassen.

Übrigens ist es interessant, wie man auf dieses Verfahren aufmerksam geworden ist. In den USA wurde eine Studie durchgeführt, bei der Patienten nach einer Botoxbehandlung nach ihrem Zustand befragt wurden. Dabei fand man heraus, dass fast die Hälfte der Betroffenen weniger oder gar keine Migräne mehr hatten nach der Behandlung. Diese Fakten nahmen die Wissenschaftler zum Anlass, dem Phänomen nachzugehen. Sie fanden dabei heraus, dass bestimmte Muskeln im Gesicht (der bereits erwähnte Corrugator, oder auch an der Schläfe und im Nacken) für die Attacken verantwortlich sein können. Daraus entstand dann diese Therapieform.
Ein Danke an den Schönheitswahn 🙂

Alle weiteren wichtigen Informationen und Kontaktdaten findest du auf der Seite des Migräne Chirurgie Zentrum`s Sihlcity.

Ich habe dir heute im Vergleich zu den sonstigen Artikeln eine sehr radikale Möglichkeit aufgezeigt. Aber wie bereits weiter oben erwähnt: Betroffene klammern sich an jede noch so kleine Hoffnung. Und diese Art von Therapie ist eine weitere Möglichkeit deine Schmerzen endlich loszuwerden oder zumindest einzudämmen.
Oder hast du bereits solch eine Erfahrung gemacht? Dann bist du herzlich dazu eingeladen, diese mittels einem Kommentar zu teilen. Deine Mitmenschen werden es dir danken.

Perform now, change forever!

ops
larissa

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